Greenwashing, EmpCo und CamperSchildi

Veröffentlicht am 28. Juli 2026 um 22:04

Kurz erklärt: Die EmpCo-Richtlinie ist eine EU-Regelung gegen irreführende Umweltwerbung. Sie betrifft vor allem Unternehmen und deren Werbeaussagen – nicht das private Verhalten von Camperinnen und Campern. Ziel ist mehr Transparenz und ein besserer Verbraucherschutz.

Warum die neue EU-Regelung auch für Camper interessant ist – obwohl sie uns gar nicht direkt betrifft

Von Holger Merklein | CamperSchildi

Wer in den vergangenen Wochen die Campingbranche verfolgt hat, ist an einem Begriff kaum vorbeigekommen: EmpCo. Die neue EU-Richtlinie sorgt derzeit für viele Diskussionen. Hersteller überarbeiten ihre Werbung, Händler prüfen ihre Werbeaussagen und Marketingabteilungen passen Broschüren, Webseiten und Social-Media-Beiträge an.

Gleichzeitig tauchen in den Camping-Communities immer mehr Fragen auf:

Darf man überhaupt noch von nachhaltigem Camping sprechen? Sind Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „grün“ künftig verboten? Und was bedeutet das eigentlich für uns Camperinnen und Camper?

Die gute Nachricht vorweg: Für Camper ändert sich im Alltag zunächst einmal nichts.

Warum die Europäische Union jetzt handelt

Nachhaltigkeit ist längst zu einem wichtigen Kaufargument geworden. Ob Wohnmobile, Campingmöbel, Chemiezusätze, Solarmodule oder Reinigungsmittel – kaum ein Produkt kommt heute ohne Begriffe wie nachhaltig, umweltfreundlich, ökologisch oder klimaneutral aus.

Doch genau hier liegt das Problem.

Nicht jede dieser Aussagen war bislang nachvollziehbar oder wissenschaftlich belegt. Manche Produkte wirkten auf den ersten Blick besonders umweltfreundlich, obwohl sich dahinter oft nur einzelne Maßnahmen oder geschicktes Marketing verbargen.

Dieses Vorgehen wird als Greenwashing bezeichnet – also der Versuch, einem Produkt oder Unternehmen ein umweltfreundlicheres Image zu geben, als tatsächlich gerechtfertigt ist.

Mit der neuen EmpCo-Richtlinie möchte die Europäische Union Verbraucherinnen und Verbraucher besser schützen und mehr Transparenz schaffen.

Was regelt die EmpCo-Richtlinie?

Ab dem 27. September 2026 gelten europaweit strengere Vorgaben für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Unternehmen dürfen künftig allgemeine Aussagen wie

  • „nachhaltig“
  • „umweltfreundlich“
  • „grün“
  • „CO₂-neutral“
  • „klimaneutral“

nicht mehr ohne nachvollziehbare Grundlage verwenden. Wer mit solchen Aussagen wirbt, muss sie belegen können. Auch Umwelt- und Nachhaltigkeitssiegel müssen bestimmten Anforderungen genügen und dürfen nicht einfach selbst entwickelt werden.

Das Ziel ist klar: Verbraucher sollen erkennen können, welche Aussagen auf überprüfbaren Fakten beruhen – und welche lediglich gut klingen.

Betrifft das auch Camper?

Diese Frage bekomme ich in letzter Zeit besonders häufig gestellt.

Die Antwort lautet eindeutig: Nein.

Die EmpCo-Richtlinie richtet sich nicht an Camperinnen und Camper, sondern an Unternehmen und deren Kommunikation.

Wenn ich als Camper sage:

"Ich versuche beim Camping Müll zu vermeiden."

oder

"Wir achten darauf, unseren Stellplatz sauber zu hinterlassen."

dann ist das eine persönliche Aussage und keine Werbung.

Anders kann es aussehen, wenn Influencer oder Content Creator Produkte gegen Bezahlung vorstellen oder Unternehmen bewerben. Dann können – je nach Art der Werbung – ebenfalls die gesetzlichen Vorgaben gelten.

Was bedeutet das für CamperSchildi?

Diese Frage habe ich mir in den vergangenen Monaten selbst oft gestellt.

CamperSchildi wurde nie gegründet, um Produkte zu verkaufen oder mit großen Umweltversprechen Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Von Anfang an ging es um etwas anderes:

Menschen für einen respektvollen Umgang mit Natur, Campingplätzen und unserer Umwelt zu sensibilisieren.

Daran wird sich auch künftig nichts ändern.

Ehrlichkeit statt Schlagworte

Ich bin überzeugt, dass die neue Gesetzgebung sogar eine Chance bietet.

Nicht weil sie Verbote schafft.

Sondern weil sie Ehrlichkeit fördert.

CamperSchildi wird deshalb weiterhin bewusst auf übertriebene Werbeaussagen verzichten.

Ich möchte lieber zeigen, was jeder einzelne Camper tatsächlich tun kann, anstatt mit Begriffen zu werben, die unterschiedlich ausgelegt werden können.

Denn nachhaltiges Handeln beginnt nicht bei einem Werbeslogan.

Es beginnt beim eigenen Verhalten.

Kleine Gesten mit großer Wirkung

Niemand muss perfekt sein.

Auch Camping hinterlässt Spuren. Wir reisen, verbrauchen Energie, Wasser und andere Ressourcen. Entscheidend ist, wie verantwortungsvoll wir damit umgehen.

Schon kleine Maßnahmen machen einen Unterschied:

  • Müll vermeiden und sauber trennen.
  • Den Stellplatz sauber verlassen.
  • Wasser bewusst nutzen.
  • Rücksicht auf Pflanzen und Tiere nehmen.
  • Regionale Produkte kaufen.
  • Andere Camper durch das eigene Verhalten inspirieren.

Es sind oft die kleinen Entscheidungen, die am Ende eine große Wirkung entfalten.

Mehr Transparenz – ein Gewinn für alle

Die neue EmpCo-Richtlinie wird die Campingwelt nicht grundlegend verändern.

Sie wird aber dafür sorgen, dass Unternehmen ihre Umweltversprechen genauer erklären und nachvollziehbar belegen müssen.

Davon profitieren letztlich alle: Hersteller, die ehrlich kommunizieren. Händler, die transparent beraten. Und Camperinnen und Camper, die bewusster entscheiden können.

Mein Fazit

Greenwashing schadet nicht nur dem Vertrauen der Verbraucher, sondern auch all den Unternehmen und Initiativen, die sich seit Jahren ehrlich für Umwelt- und Naturschutz einsetzen.

CamperSchildi wird deshalb auch künftig seinen bisherigen Weg konsequent weitergehen.

Nicht mit großen Versprechen.

Nicht mit grünen Schlagworten.

Sondern mit glaubwürdigen Informationen, praktischen Tipps und dem Wunsch, unsere Campingwelt gemeinsam ein Stück sauberer zu machen.

Denn am Ende entscheidet nicht die Werbung darüber, wie nachhaltig Camping ist.

Sondern wir selbst.

Sauber campen. Sauber denken. Für eine saubere Campingwelt. 🐢

 

Geschrieben von Holger #teamcamperschildi

www.camperschildi.info

 

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